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Tipps fürs Camping in Frankreich – das musst du wissen!

Bist du auf der Suche nach einem Land für einen Campingurlaub mit Van oder Wohnmobil? Frankreich ist das Camping Land überhaupt. Ideal für deinen nächsten Roadtrip.

Warum? Frankreich ist wunderschön. Für jede Jahreszeit oder Vorliebe findet sich mindestens eine Region, die du lieben wirst. Wetten?

Die Mischung aus Geschichte, schönen Landschaften und viel Natur mit durchweg gutem Essen macht Frankreich zu einem beliebten Reiseland.

Es gibt überall Campingplätze, Wohnmobil-Stellplätze und Parkplätze, auf denen du eine Nacht stehen (nicht campen) darfst. Das Beste? Du kannst fast überall dein Grauwasser entsorgen oder frisches Wasser an Bord holen. Die Infrastruktur ist wirklich genial!

Auch was die Qualität angeht werden die Plätze (vor allem die Sanitäranlagen) immer besser und unserem Standard entsprechender. Manchmal fehlen noch Klobrillen, dafür tickt beim Duschen keine Zeit mit, wie du es vielleicht von Deutschland gewohnt bist.

Und zur Not haben die meisten von uns sowieso das eigene Klo und Dusche an Bord.

Generell gilt auch hin Frankreich: Anderes Land, andere Verkehrsregeln und Sitten.

Damit du dich besser zurecht findest, habe ich alles zusammengefasst, was du wissen musst! Von der Maut bis zur Umweltplakette!

Vor der Reise

Geld und Kreditkarte

In Frankreich wird fast alles mit Kreditkarte bezahlt. Vor allem für die Mautstationen ist es ein großer Vorteil, wenn du einfach die Kreditkarte hinhalten musst.

An Tankstellen werden deutsche EC-Karten oft nicht akzeptiert. Keine Ahnung, warum das so ist. Auch hierfür eignet sich eine gute Reisekreditkarte.

Ich empfehle die VISA Karte der DKB Bank sowie die der nachhaltigen Bank Tomorrow.

Steckdosen

Für Frankreich brauchst du auf Campingplätzen oder Wohnmobilstellplätzen mit Strom keinen besonderen Adapter. Es werden dieselben wie in Deutschland verwendet.

Manchmal hast du in Sanitäranlagen allerdings Steckdosen Typ E. Die sind eigentlich mit unseren Steckern kompatibel. Nur noch selten haben diese einen Kontaktstift, für diesen dein deutscher Stecker Typ F (Schuko) dann ein Loch haben sollte. Sonst geht der Stecker leider nicht.

Ansonsten benötigst du für den Strom am Wohnmobil einen CEE-Stecker Adapter für Strom an Kabeltrommel oder Verlängerungskabel. Und der umgekehrte CEE-Stecker Adapter. Genau wie in Deutschland also.

Die beste Reisezeit für Frankreich

Generell rate ich davon ab, im August nach Frankreich zu fahren. Egal in welche Region. Denn dann sind in ganz Frankreich Sommerferien. Es ist voll und überall viel los.

Meide die Hauptreisezeit im Sommer und weiche auf die Monate Mai – Juli oder September und Oktober aus. In den Süden kannst du beruhigt auch schon im April fahren.

In der Bretagne und der Normandie musst du sowieso mit jedem Wetter rechnen. Auch im August hatten wir viel Regen, Stürme und Gewitter. Zu Beginn 37 Grad, am Ende nur noch 13 Grad.

Das Klima in der Bretagne und Normandie wird vom Golfstrom beeinflusst, der für milde Temperaturen sorgt. Doch das Wetter kann hier echt sehr wechselhaft sein. Weißt du das davor, steht der Reise nichts im Weg.

Generell gilt aber: Frankreich ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert!

Campingplätze finden

In Frankreich gibt es private Campingplätze (teuer, hoher Komfort und oft Animation), von Gemeinden betriebene Campingplätze (Camping Municipal, oft einfacher, günstiger und ohne Animation. Bevorzuge ich), Wohnmobilstellplätze (aire de stationnement camping-cars) oder Camping à la ferme (Camping auf dem Bauernhof).

In Frankreich darfst du auch auf Parkplätzen für eine Nacht parken. Allerdings darfst du dann keine Stühle oder Tische herausstellen. Campingverhalten ist verboten, wie in Deutschland auch. Nur ist man in Frankreich toleranter.

Camping de la Rouvre Normannische Schweiz
Stellplatz, Camping de la Rouvre (Normannische Schweiz)

Zusätzlich gibt es analog Landvergnügen in Deutschland für Frankreich France Passion. Das Buch bestellt man online, bekommt im April die Plakette plus Zugang für die App und das Buch. Kann dann kostenlos bei Winzern und auf Bauernhöfen übernachten.

Zum finden eines geeigneten Stellplatz gibt es diverse Möglichkeiten. Stellplätze habe ich auf Google („aire de stationnement camping cars“) gesucht oder direkt in der App von Campercontact oder camping.info gesucht. Auf park4 night findest du manchmal Parkplätze, wenn du nur kurz in einer Stadt verweilen möchtest, ansonsten nutze ich die App eher nicht.

Camping Frankreich La Touche
Camping La Touche: Camping auf dem Bauernhof bei Domfront!

Wildcampen in Frankreich?

Wildcampen ist übrigens auch in Frankreich untersagt. Strafen von bis zu 1.500 Euro drohen, wenn du erwischt wirst. Dafür darfst du wie schon erwähnt auf jedem Parkplatz eine Nacht stehen. Das ist vor allem bei Sehenswürdigkeiten von Vorteil, da du direkt davor schlafen und zum Sonnenuntergang vor Ort bist.

Wenn du auf dem Land unterwegs bist, kannst du vor Ort bei Bauern nachfragen, ob du auf ihrem Grundstück stehen darfst. Vor allem in ländlichen Regionen sind die Normannen zum Beispiel sehr freundlich und offen. Ist die Geduld durch andere schon erschöpft, solltest du lieber einen Campingplatz oder WoMo-Stellplatz nutzen. Diese sind in der Normandie echt gut, die Flächen fast überall groß.

Vorsicht auf Raststätten

Von vielen meiner Freunde wurde ich gewarnt, nicht auf französischen Autobahnraststätten zu nächtigen. Dort wurden schon einige im Schlaf überwältigt oder betäubt und ausgeraubt. Generell rate ich dir, auf einen Wohnmobilstellplatz auszuweichen, wo andere Camper stehen.

Auto fahren in Frankreich

Frankreich ist Land der Kreisverkehre

Frankreich ist das Kreisverkehr Land schlechthin. Manchmal folgt ein Kreisel dem nächsten. Dann fällt die Orientierung manchmal schwer und auch die Navigation kann mal durcheinander geraten.

Geschwindigkeitsbeschränkung

In Frankreich gilt für PKW und Wohnmobil bis 3,5 t folgende
Höchstgeschwindigkeit:

  • Innerorts: 50 km/h
  • Landstraßen: 80 km/h
  • Schnellstraßen: 110 km/h
  • Autobahn: 130 km/h (bei Regen 110 km/h)

In Frankreich gilt für Wohnmobile über 3,5 t Höchstgeschwindigkeit:

  • Innerorts 50 km/h
  • Landstraßen: 80 km/h
  • Schnellstraßen: 100 km/h
  • Autobahnen: 110 km/h

Beim Parken darauf achten!

Auch beim Parken gilt es in Frankreich, besondere Regeln zu beachten.
Die wichtigsten habe ich hier aufgeschrieben, damit dich keine böse Überraschung erwartet.

  • Prüfe, ob Wohnmobile überhaupt auf dem Parkplatz stehen dürfen.
  • Durchgezogene gelbe Linie am Fahrbahnrand: absolutes Halteverbot
  • Gelbe unterbrochene Linie: Parken verboten
  • Blaue Linie am Straßenrand: Parken mit Parkscheibe (Zone Blaues)
  • Durchgestrichenes P oder Schild „Stationement Interdit“ (Parken verboten): Parken verboten

Grundsätzlich gilt:
Parken darfst du überall, wo eine weiße gestrichelte Linie vorhanden ist. Nach der Straßenverkehrsordnung darf das Wohnmobil in Frankreich wie ein Auto parken. Du musst dabei berücksichtigen, dass du nicht 7 Tage auf der gleichen Stelle parken darfst.

Durch sogenannte Höhenbalken ist allerdings schnell erkennbar, wo die Einfahrt verhindert werden soll.

Parkplatz Wohnmobil Schild Frankreich
Hier musst du dein Wohnumobil parken. Der „normale“ Parkplatz ist für Wohnmobile tabu.

Verkehrsschilder

Interessant fand ich die Tatsache, dass folgende Schilder nicht rechtsgültig sind. Das weiß man als Tourist nicht und denkt, dass man hier nicht parken oder gar durchfahren darf. Manche tragen auch den Aufdruck „Camping car Interdit“ (Wohnmobil verboten) oder „Stationnement au camping-car interdit“.

Ich rate dir trotzdem, die Schilder zu achten, denn wer spricht so gut und fließend Französisch, um sich auf eine Diskussion einzulassen? Ich nicht. Du hättest allerdings das Recht dazu.

Maut in Frankreich

In Frankreich hast du die Wahl zwischen Autobahn und Nationalstraßen. Diese verlaufen oft parallel zueinander. Allerdings bist du auf der Autobahn immer schneller. Ich habe bei kürzeren Strecken 45 Minuten, bei längeren sogar 1,5 Stunden gespart (Angabe Google Maps).

Dafür, dass Autobahnen Maut kosten, sind sie nicht mal in solch einem guten Zustand. Dafür meist leer. Du kommst zügig voran.

Auf der Autobahn kostet jeder gefahrene Kilometer Geld. Dein Fahrzeug wird dabei Kategorien zugeordnet. Mein Camper ist höher als 2 Meter, aber wiegt weniger als 3,5 t und ist daher Kategorie 2. Somit teurer als ein PKW oder Campervan bis 2 m, welche Kategorie 1 bilden.

Auf dieser Webseite kannst du die Maut für dein Fahrzeug und deine Strecke vor der Reise ausrechnen:

Wie bezahlen?

Ich rate dir, an Mautstellen mit Kreditkarte zu bezahlen. Das geht am schnellsten. Achtung: Deutsche EC-Karten (Maestro) werden hier nicht akzeptiert.

Alternativ kannst du dir vor der Reise eine Télépéage Box beim Anbieter bipandgo kaufen. Das Gerät klebst du hinter deine Windschutzscheibe. Jede Durchfahrt wird dann automatisch registriert. Du bekommst eine Abrechnung komplett nach der Reise.

Umweltplakette für Frankreich

In Frankreich gibt es wie bei uns Umweltzonen. Dafür genügt leider nicht die Deutsche Plakette, sondern du musst unbedingt vor der Reise eine französische Crit’Air-Plakette beantragen.

Ich habe mir vor der ersten Reise mit neuem Campervan zur Sicherheit die Umweltplakette für Frankreich bestellt. Es gibt mittlerweile eine Webseite auf Deutsch, und ich rate dir dringend, dir die Plakette nur über diesen offiziellen Kanal zu bestellen. Hier kostet die Plakette 3,11 Euro zuzüglich Versand.

(Beim ADAC bekommst du die Umweltplakette auch, musst dafür aber das 4-fache bezahlen.)

Städte, in denen du schon heute die Umweltplakette benötigst sind beispielsweise Paris, Straßburg, Grenoble, Lyon, Lille und bald auch Rouen, Reims und Aix-Marseille. Prüfe auf der Webseite, ob du auch eine Plakette benötigst. Oder gehe wie ich auf Nummer sicher.

Gasflaschen in Frankreich kaufen?

In Frankreich ist Gas auch in Haushalten weit verbreitet. Dadurch gibt es viele Anbieter von Gasflaschen. Fast jeder Campingplatz hatte Gasflaschen im Angebot.

Die bekannten Anbieter sind Butangaz, Finagaz, Antragaz und Primagaz. Bei Intermarché bekommst du günstigere Gasflaschen deren Eigenmarke.

Prüfe vor dem Kauf, welche Gasflasche du kaufen möchtest. Während bei uns 5 kg und 11 kg Gasflaschen gebräuchlich sind (ich habe eine 5 kg Flasche an Bord), sind in Frankreich 6 kg und 13 kg eher üblich. Vereinzelt habe ich auch 5 kg und 10 kg Gasflaschen gesehen.

Darum solltest du wissen, wieviel Platz du für deine Gasflasche hast.

In Frankreich kannst du außerdem nur Flaschen mieten und nicht kaufen. Was prinzipiell gut ist, denn dann kannst du Kaution am Ende des Urlaubs im Idealfall zurückbekommen. Du musst dazu unbedingt die Quittung aufbewahren!

Button oder Propan?

Welche Art Gas du kaufen möchtest ist deine Sache. Ich kaufe immer Propan (Butanganz z.b.), da ich auch im Winter unterwegs bin und bei mir Flaschen relativ lange halten.

Anschluss Adapter für Gasflasche

Hier gehe ich immer auf Nummer sicher. Manche sagten mir vor der Reise, dass ich die französische Flasche ohne Probleme ohne Adapter anschließen könne.

Manche sagen, dass es ohne Gas-Entnahme-Adapter nicht dicht wäre.

Mein Tipp daher: Habe immer ein Euro-Entnahme-Set dabei, damit du deine Flasche im Ausland auf jeden Fall anschließen kannst. Für Frankreich brauchst du den Anschluss D4. Um ganz sicher zu sein, kannst du mit einem Lecksuchspray prüfen, ob alles dicht ist.

Lebensmittel in Frankreich einkaufen

In Frankreich gibt es Intermarché, Carrefour (mein Favorit), Lidl und Aldi. Generell fragen wir bei Ankunft an einem neuen Ort, wann der Wochenmarkt stattfindet. Einmal pro Woche findest dieser in jedem größeren Dorf statt. Generell bekommst du hier die beste Qualität an Lebensmitteln.

Alternativ kannst du auch direkt beim Erzeuger einkaufen. In der Normandie beispielsweise bei Camembert Erzeugern, Calvados oder Cidre Herstellern. Die Webseite hat ausführliche Infos veröffentlicht, welche Hersteller Produkte verkaufen. So kannst du dich durch deinen Campingurlaub regelrecht schlemmen!

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